Reformationsjubiläum in Bayern
500 Jahre Reformation - eine starke Frauengeschichte!
München 21. Februar bis 11. März 2017

Haben Sie schon einmal von Florentina von Oberweimar, Ottilie von Gersen, Katharina Zell-Schütz oder Wibrandis Rosenblatt gehört? Wahrscheinlich eher nicht und damit geht es Ihnen so, wie es uns, dem ökumenischen Team, am Anfang unserer Vorbereitungen für die Ausstellung „Frauen der Reformation“ ging, die vom 21.2. – 11.3.2017 in der Lutherkirche in München-Giesing stattgefunden hat. Am Ende des Ausstellungszeitraum waren wir und mit uns über 1300 Menschen, die die Ausstellung gesehen haben bzw. am Begleitprogramm teilgenommen haben, eindeutig klüger.

Wir, die Veranstalterinnen (Irmgard Huber, Marion Mauer-Diesch, Dr. Susanne Pfisterer-Haas, Verena Übler), haben zwei Wanderausstellungen nach München geholt und miteinander kombiniert: zum einen die Wanderausstellung der Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland „Frauen der Reformation in der Region“, die zwölf Frauen verschiedener sozialer und regionaler Herkunft porträtiert.

Zum anderen die Ausstellung „Vom Dunkel ins Licht. Frauen der Reformation im süddeutschen Raum“. Diese Ausstellung der Fachstelle für Frauenarbeit im FrauenWerk Stein e.V. in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern beschreibt auf thematischen Tafeln die Ambivalenz dieser Aufbrüche.

Beide Ausstellungen machen das reformatorische Wirken dieser Frauen sichtbar und würdigen ihre beachtliche Mitverantwortung.

Frauen, wie Argula von Grumbach oder Ursula Weyda, um nur zwei zu nennen, haben sich mündlich und schriftlich zu Wort gemeldet und in kirchlichen wie auch in politischen Fragen eingemischt. Sie haben versucht, festgeschriebene Rollenbilder aufzubrechen und ihr Leben nach eigenen Wünschen zu gestalten.

Die Ambivalenz dieser Aufbrüche wird in den Ausstellungen sichtbar. Sie ist z.B. darin zu erkennen, dass Frauen einerseits die Klöster verlassen durften, andererseits ihnen aber die Rolle als Haus- und Ehefrau zugewiesen wurde. Die damit verbundenen Aufgaben ließen kaum Zeit für Weiterbildung oder gesellschaftspolitische Beteiligung.

Auch der Leitgedanke vom Priestertum aller Gläubigen, der Frauen zunächst ermutigte, auch in theologischen Fragen und Diskussionen ihre Stimme zu erheben, wurde in den folgenden Jahrhunderten nicht konsequent genug umgesetzt.

Beide Ausstellungen eröffnen einen neuen Blick auf die Reformationsgeschichte, indem sie die im Schatten der Reformatoren stehenden Frauen ins Licht holen und bei aller Ambivalenz zeigen, dass Reformationsgeschichte durchaus eine starke Frauengeschichte ist.

Zahlreiche Gruppen, von der Schulklasse und Konfirmandengruppe, verschiedenen ökumenischen Arbeitskreisen und Frauengruppen, Religionspädagog/innen und Gemeindreferent/innen bis hin zu „Kirche und SPD“, nutzten das Angebot von Führungen durch die Ausstellung, so dass insgesamt über 1300 Menschen die Ausstellung gesehen haben und/oder am Begleitprogramm teilgenommen haben.

Ein extra für die Ausstellung nach Bildern der Argula von Grumbach angefertigter Mantel, sowie eine Haube ergänzten die Roll-Ups und veranschaulichten die Zeit der Reformation in besonders be-greifbarer Weise.

An einem Büchertisch konnten vor und nach den Führungen, sowie bei den Veranstaltungen die Kataloge zu den Ausstellungen,  und weitere Bücher zum Thema erworben werden.

Weitere Informationen zu den Katalogen siehe:
www.frauenwerk-stein.de
www.frauenarbeit-ekm.de

Bild und Text © Pfrin. Verena Übler

Kommende Veranstaltungen
Alle Veranstaltungen