Reformationsjubiläum in Bayern
Benefiz-Fußballspiel in Gunzenhausen
Benefiz-Fußballspiel: Sonne, Spaß und Sternstunden
Gunzenhausen 29. Juli 2017

Das war ein starker Auftakt: Die BR Radltour eröffnet mit Benefiz-Fußballspiel in Gunzenhausen. Nach ziemlicher Aufholjagd unterlag die ökumenische Geistlichkeit der Weltlichkeit relativ knapp zum Ende hin. Der „FC Sternstunden“ gewann mit 12:8 gegen den „FC Refo 2017“. Faires Play mit hohem Spaßfaktor!

Die Sonne strahlt mit den Spielern und Zuschauern an jenem Samstagnachmittag um die Wette. Der Sportplatz in Gunzenhausen ist die Schaustätte zum Auftakt der BR Radltour in 2017. Der „FC Refo 2017“, ein aus ökumenischen Pfarrern aufgestelltes Team, tritt gegen den aus BR-Spielern gruppierten „FC Sternstunden“ an. Vor dem Spiel kann man Warmlaufen und diverse Strategiebesprechungen beobachten. Die Pfarrer sind auf dem Platz fleißig, in dieser Konstellation treffen sich die meisten zum ersten Mal, Termine zum vorigen Üben oder Besprechen gab es keine. Das findet jetzt auf dem Platz statt. Die „FC Sternstunden“ laufen schließlich ein, betreiben ein Aufwärmtraining.

Anstoß mit Mark Forster

Um kurz vor 15 Uhr gibt es einen Menschenauflauf. Mark Forster betritt das Gelände. Er ist eigens für den Anstoß vor Ort und macht im Anschluss ein paar Selfies mit Fans, dann muss er weiter zu den Proben fürs abendliche Eröffnungskonzert. Anschließend liegt der Fokus auf dem Rasen. Das Spiel läuft. Die hohe Geistlichkeit ist auf dem Feld in guter Sache gegen den „FC Sternstunden“ unterwegs. Das Spiel dient dem guten Zweck „Sternstunden“, eine Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks.

Den „FC Refo 2017“ verkörpern laut Stadionansage „die Jungs, die den Glauben näherbringen“. Ein ökumenisch aufgestelltes Team, das sich aus evangelischen und katholischen Pfarrern geformt hat und die in ökumenischem Geist den Ball über den Platz wirbeln lassen. Die Abwehr bei den Geistlichen scheint gut aufgestellt, obwohl einige Bälle durchgingen. Der Keeper geht beim Team Klerus rasch in den Angriff über. Doch dann begibt sich der „FC Sternstunden“ mit dem ersten Tor des Tages in der siebten Spielminute in Führung. Es folgen weitere Tore, schließlich steht es 3:0. Die Geistlichkeit muss aufholen. Es geht der Halbzeit entgegen, der „FC Refo 2017“ kämpft weiter. Gibt es Überlegungen, ob in der Halbzeit gar etwas an der Gesinnung geändert werden müsste? Es folgen Schussversuche aus der Distanz, Pressing, alles dabei. Und dann: Halbzeit!

Hand aufs Herz und Halbzeitgeschehnisse

Markus Protte mit der Spielnummer 14 antwortet auf die Frage, ob es noch Hoffnung gibt: „Schau mer mal“, gefolgt von einem: „Dabei sein ist alles.“ Von weitem hört man Peter Söder mit der Spielnummer 6 tönen: „Wir haben zum Teil Fehlpässe hinten drin“. Auf die Frage, ob er noch motiviert sei, bejaht er: „Auf jeden Fall.“ Christian Düfel mit der Spielnummer 10 nimmt die Dinge sportlich: „Soll Spaß machen, Chancen waren da.“ Kurz vor Anpfiff der zweiten Spielhälfte gibt Daniel Burmann, Spieler Nummer 16 vom „FC Sternstunden“, seinen Tipp für den Endstand ab: 9:1.

Erwähnenswert ist noch, dass sich der „FC Sternstunden“ nach der Halbzeit mit dem Schiedsrichter auf ein 6:0 (statt eines 7:0) verständigt hat. Das liegt daran, dass es zuvor zwei relativ schwache Tore gegeben hatte. Diese sollten zusammen eins ergeben und das ergibt das 6:0 zu Beginn der zweiten Halbzeit. Der „FC Refo 2017“ wechselt zur zweiten Spielhälfte seinen Torwart. Also, weiter geht’s Jungs!

Verteidigung und Aufholjagd

Der Ball ist heiß, ebenso das Spiel wie auch die überraschend hochsommerlichen Temperaturen. Die Spieler kämpfen. Plötzlich ist der Ball entlaufen. Dieser muss zunächst wieder eingesammelt und zurück auf den Platz bugsiert werden. Und schließlich schießt der geistliche Mann namens Söder mit der Nummer 6 „self-assisted“ ein Tor: rausgeholt, getrippelt, sich selber vorgelegt und vernetzt. Ein autarker Torschütze. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass es beim „FC Sternstunden“ mit Tommi Müller sogar einen Doppeltorschützen gibt. Vielleicht liegt’s an seinem Geburtstag, den er erst vor ein paar Tagen begehen durfte.

In der Coaching-Zone des „FC Sternstunden“ wird geflucht, als das zweite Tor der Geistlichen ins Netz geht. Dann gehen schließlich der Vorlagengeber Tommi Müller und Edi van Beek vorzeitig vom Platz. Sie bilden mit ihrer Bayern 3-Band einen der Live-Acts des Abends. Auch der geistliche Spieler mit der Nummer 17, Hans Löffler, verlässt vorzeitig das Feld. Auf dem Weg zum Massagezelt nimmt er sich gerne Zeit und hat auf die Frage, ob noch Hoffnung besteht, eine in diesem Kontext zunächst verblüffende Antwort: „Hoffnung gibt’s immer“. Eine wahrhaftige Antwort, aus einem umfassenderen Blickwinkel!

Ab in die heiße Endphase

Schließlich kommt mit dem Klerus-Spieler, der die Nummer 18 auf dem Rücken trägt, namentlich Martin Ogiermann, auch noch die „Hand Gottes“ ins Spiel, über den Platz tönt es“ Maradona im Sitzen“. Man hört auch, dass die Katholisch-Evangelischen gut interagieren würden. Unmittelbar vorm Spielschluss spielen sich dann gefährliche Szenen ab. Denn zum Ende hin stürmen zahlreiche Helfer auf den Platz: Viele Kinder verhalfen der hohen Geistlichkeit zu Ausgleichstoren. Wie von Gotteshand berührt fällt der Torwart zur Seite. Das waren „kleine Verstärker“ zum Schluss, die den Spielstand einigermaßen in einen Ausgleichsversuch brachten. Somit kann die Weltlichkeit und die Geistlichkeit auch fortan parallel in dieser Welt bestehen bleiben.

Das Spiel endet schließlich mit 12:8 und der FC Sternstunden holt sich damit den Sieg. Natürlich braucht’s nach dem Spiel noch ein Fazit. Einige Geistlichkeiten stehen vor dem Gang in die Kabine Rede und Antwort. So schlussfolgert Richard Ulrich mit der Nummer 11: „Schönes, faires Spiel,“, und legt mit dem „Spaßfaktor“ nochmals nach. Christian Düfel gibt folgendes Resümee zu Protokoll: „Gutes Spiel in zweiter Halbzeit, nachdem Sternstunden ihre Sterne runtergeschraubt haben, hatten engagierte Kleriker schöne Tore. Hat allen Spaß gemacht.“ Natürlich soll auch eine weltliche Siegesstimme zum Zuge kommen: Alexander Maul rundet ab mit: „Hat Spaß gemacht, guter Zweck, schöne Tore, war in Ordnung“. Zum Zuge gekommen sind an diesem Tag alle, die auf Spaß und Fair Play setzen. Fazit: Ein starker Auftakt. Evangelisch. Katholisch. Weltlich. Alles vereint – auf einem Platz – in Gunzenhausen. Für den guten Zweck.

Eindrücke rund um das Spiel finden Sie in der untenstehenden Bildergalerie. Bitte klicken Sie auf das erste Bild, um die Galerie zu starten.

Autorin: Diana Schmid
Bilder: Diana Schmid

 

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