Reformationsjubiläum in Bayern
Luther war nie in Fürth
Fürth 26. Mai 2017
Kirchenplatz
90762 Fürth
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„Die Fürther sind schon immer ein eigenes Völkchen gewesen, erklärt Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz und erzählt, wie die Kleeblattstadtbewohner sich damals im 16. Jahrhundert in Sachen Religion nichts haben aufdrücken lassen, sondern ihr eigenes Ding gemacht haben, ganz egal was Stadtherren und Pfarrer ihnen gepredigt haben. Davon ist jede Menge auf dem Stadtrundgang „Luther war nie in Fürth“ zu hören. Trotzdem gibt es eine spezielle Führung auf den Spuren der Reformation im Jubiläumsjahr an bekannte und vielleicht weniger bekannte Orte der Stadt. Denn Spuren gibt es an vielen Stellen zu entdecken.

Zum Beispiel in der Kirche St. Michael. Die war vor der Reformation natürlich katholisch. Im Kirchenraum begegnet den Besuchern geballte Geschichte. Dort zeigt Karin Jungkunz, wie eine katholische Kirche protestantisch geworden ist. Vorne im Altarraum gibt es noch ein Sakramentshäuschen zu besichtigen, das nach katholischem Sakramentsverständnis den Leib des Herrn beherbergt hat. Aber oben von der zweiten Empore blicken die zwei protestantischen Hausherren hinunter ins Kirchenschiff: die Reformatoren Luther und Melanchthon.

Jede Menge unterhaltsamer Epsioden werden zu historischen Fakten und kunsthistorischen Augenfälligkeiten mitgeliefert: Wie es dem katholisch geweihten Pfarrer Johann Hofmann von St. Michael im Jahr 1525 erging, als er evangelisch werden musste, weil die Protestantenhochburg Nürnberg zu jener Zeit die Ortshoheit über diesen Teil von Fürth hatte, oder dass der Fürther Pfarrer Pfister Mundschenk bei der Hochzeit von Martin Luther und Katharina von Bora war, oder dass die damals letzte katholische Kapelle des protestantisch gewordenen Fürths im Windschatten von St. Michael in einer Nacht- und Nebelaktion von Pfarrer Fronmüller abgerissen wurde.

Die Stadtführerinnen Karin Jungkunz und Michaela von Wittke haben den Stadtspaziergang gemeinsam mit dem Kirchenführer Hans-Otto Schmitz von St. Michael konzipiert. Er startet auf dem Kirchenplatz vor St. Michael und endet nach ca. 90 Minuten am Obstmarkt. Er ist barrierefrei und die Wege sind kurz, denn die Strecke befindet sich innerhalb der Fürther Altstadt rund um St. Michael.

Führungen gibt es bei der Tourist-Info und beim evangelischen Bildungswerk.

Die nächste Führung (Anmeldung und Kosten siehe http://www.fuerth.de/Home/Tourismus/stadtspaziergaenge.aspx) ist am Sonntag, 18. Juni, um 14 Uhr.

 

Bild © Kladu by pixelio

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